Statement zum Ende der Kooperation mit den Löwen

Mit großem Bedauern haben wir der Pressemitteilung vom 10. Februar entnommen, dass sich die Geschäftsführung der Basketball Löwen Braunschweig GmbH dafür entschieden hat, die seit vielen Jahren bestehende Kooperation mit der SG FT/MTV Braunschweig (SG) nicht fortzuführen und stattdessen zu versuchen, einen eigenen Nachwuchsbereich in Form des Basketball Löwen e. V. aufzubauen.

Statt einer Bündelung der finanziellen, personellen und organisatorischen Ressourcen und Fokussierung auf ein Ziel, findet nunmehr eine aus unserer Sicht nicht zu verantwortende Teilung des Basketball-Standortes Braunschweig mit erheblichen Risiken für alle Beteiligten statt. Aus dieser Verantwortung für den Basketball-Standort Braunschweig heraus haben wir als SG uns für den Fortbestand der bisherigen Kooperation ausgesprochen und haben bis zuletzt ernsthaft mit unseren Partnern des Basketball Institutes Braunschweig (BIB) für diese gekämpft.

Letztendlich ist jedoch genau dasjenige eingetreten, was wir im letzten Jahr bereits vermutet haben und was uns zu den auch für uns schweren Schritt bewogen hat, im November 2019 und damit leider mitten in der Saison, die Verantwortung für Mannschaften der U11/12, U14 und die 1. Herren wieder selbst zu übernehmen. Die Geschäftsführung der Basketball Löwen war seit spätestens Mitte letzten Jahres nicht mehr ernsthaft an einer Fortführung der Kooperation mit der SG interessiert und plante schon einen eigenen Nachwuchsbereich unter absehbarer Mitnahme der Leistungsmannschaften oder wahlweise eine Kooperation mit einem anderen Verein. Damit war zu befürchten, dass die SG spätestens nach dem Ende der Saison 2019/2020 ohne eigenen Mini- und Nachwuchsbereich dagestanden hätte. Im Interesse des Erhaltes der SG und damit eines sowohl leistungssportlichen- als auch breitensportlichen Angebotes von Basketball in Braunschweig für Jung und Alt haben wir entsprechend im November gehandelt.

Den genauen zeitlichen Ablauf und die detaillierten Hintergründe haben wir weiter unten dargestellt. Mit Rücksicht auf unseren ehemaligen Kooperationspartner und in der Hoffnung auf eine Fortsetzung der Kooperation haben wir diese Informationen bisher nicht öffentlich dargestellt.

1.) Offene Fragen nach der Pressemitteilung der Basketball Löwen

Doch unabhängig davon sind auch nach der Pressemitteilung von Montag nach wie vor viele Fragen offen oder wurden durch die Geschäftsführung der Basketball Löwen neu aufgeworfen:

Vorgaben der easyCredit BBL? Die Umsetzung der Kooperation mit dem BIB und der SG wurde von der BBL unseres Wissens nach nicht ausgeschlossen. Wie würde es sonst zusammenpassen, dass die Geschäftsführung trotz des besagten Gutachtens der BBL noch im Sommer 2019 den gesamten Nachwuchsbereich der Dennis Schröder Basketball Akademie samt Trainern schriftlich zur Übernahme angeboten hat?

Steuerungsverantwortung? Unter der sportlichen Führung von Liviu Calin hätte es eine klare sportliche Linie im Leistungsnachwuchsbereich in Braunschweig gegeben. Das Konzept, welches zwei NBA-Spieler und zahlreiche Profis und Nationalspieler hervorgebracht hat, sollte wiederaufleben und dank Dennis Schröder und Daniel Theis erheblich weiterentwickelt werden. Wie oft wurde der Sportdirektor Herr Schmidt eigentlich bereits bei einem NBBL- oder JBBL-Spiel gesichtet und hat die Anbindung an das sportliche Konzept analysiert? Wer steuert und verantwortet ab jetzt den Nachwuchsbereich der Löwen?

Gesamtverantwortung und Weisungsbefugnis? Die Integration der Geschäftsführung der Löwen in die Geschäftsführung des BIB, gemeinsame Entscheidungen, Vetorechte, Kontrolle über einen Beirat – alles stand zur Diskussion, nur leider gab es keinen konkreten Vorschlag der Löwen…

Die Dennis Schröder Basketball Akademie ist mit den Löwen – dessen Hauptgesellschafter Dennis Schröder ist – nicht vereinbar?

Finanzielle Verlässlichkeit? Dennis Schröder, Daniel Theis, die Oskar Kämmer Schule und viele Privatpersonen und Sponsoren dürften über die Zweifel in der Pressemitteilung der Löwen verwundert sein. War es nicht Dennis Schröder, der die Löwen mehrfach finanziell unterstützt hat, eine sechsstellige Ablösesumme einspielte und in einer finanziell schwierigen Phase in die Gesellschaft eingetreten ist und durch eine Kapitalerhöhung den Lizenzerhalt sicherstellte? Wurde nicht laufend seitens der Löwen selbst über nicht ausreichende Mittel für den Nachwuchs berichtet? Haben die Löwen nicht selbst den Nachwuchsbereich über Jahre finanziell nicht ansatzweise ausreichend ausgestattet?

Intensive Verhandlungen? Gab es konkrete Aussagen oder Forderungen seitens der Geschäftsführung der Löwen wie eine Einigung erzielt werden könne? Es gab an uns überhaupt keine konkrete Rückmeldung zum Konzept!

Ein Minitrainer? Ein Minitrainer und -koordinator ist in Vollzeit für die SG und das BIB bereits im Einsatz. Hinzu kommen vier bis fünf engagierte Minitrainer. Musste nicht ein von den Kindern von Beginn an sehr geschätzter Minitrainer der Löwen kürzlich Braunschweig verlassen? Wurde darüber und über die Hintergründe informiert? Wie passt das zur Nachhaltigkeit? Kann dies auch mit den aktuellen Trainern passieren? Hätte es eine Kooperation gegeben und wäre es nach uns gegangen , stünde dieser Mann übrigens noch in Braunschweig in der Halle.

Schul-AGs? Das Schulprogramm der SG war 2019 zugegebenermaßen auf einem Tiefpunkt. Dies jedoch insbesondere auch deshalb, weil der Geschäftsführer der Löwen uns als Kooperationspartner finanziell hängengelassen und Zahlungen über Monate zurückgehalten hat. Die Zahlung eines fünfstelligen Betrages erfolgte erst, als die Angelegenheit presseöffentlich wurde. Man läuft jetzt als Löwen zu Schulen an denen die SG bereits einen Vertrag hat oder über einen SG Trainer als Lehrer eine AG anbietet und versucht diese als Löwen AG anzubieten. Welchen Mehrwert bringt dies für unsere Stadt?

Leistung schon ab u13/14? Sind Liviu Calin und Halil Coskun, welche den derzeitigen Nachwuchstrainern der Löwen das Basketballspielen beigebracht und teilweise zu Jobs verholfen haben, als Trainer nicht gut genug? Haben diese nicht eine Vielzahl der Profis aus Braunschweig in den vergangenen 20 Jahren gesichtet, ausgebildet und gefördert?

2.) Verlauf der Kooperationsgespräche bis November 2019

Da in den letzten Tagen insbesondere in den sozialen Medien verstärkt mangelnde Informationen zum Sachverhalt beklagt wurden, möchten wir im Folgenden den Verlauf der Gespräche offenlegen:

  • März 2019: Erstes, von der SG initiiertes Treffen der Vorstände bzw. Geschäftsführungen und Nachwuchsleiter der Basketball-Löwen, Freien Turner, MTV sowie SG zur turnusgemäßen, vertraglich vereinbarten Anpassung der Inhalte der Kooperation für die nächste Saison. Die ausgetauschten Vorstellungen darüber, was Zielsetzungen und grundsätzliche Umsetzung anging lagen nach dem Gesprächsverlauf eng beieinander. Es wurde vereinbart, zur Konkretisierung ein weiteres Treffen durchzuführen.
  • April 2019: Das von der SG organisierte Folgetreffen wurde seitens der Löwen-Geschäftsführung kurzfristig abgesagt.
  • Mai 2019: Das von der SG organisierte Folgetreffen wurde seitens der Löwen-Geschäftsführung kurzfristig abgesagt.
  • Juni 2019: Das von der SG organisierte Folgetreffen wurde seitens der Löwen-Geschäftsführung kurzfristig abgesagt.
  • Juli 2019: Anfang Juli fand dann ein Termin zwischen der Löwen-Geschäftsführung sowie dem SG-Vorstand statt, in welchem dem SG-Vorstand lediglich mitgeteilt wurde, dass man nun ein Konzept entwickelt habe, über welches man allerdings mit uns (noch) nicht sprechen könne.

    Es wurde direkt ein weiterer Termin für Ende Juli vereinbart, welcher seitens der Geschäftsführung der Löwen an dem Tag, an dem es hätte stattfinden sollen wieder abgesagt wurde.
  • August 2019: Es fand ein Abendessen zwischen der Löwen-Geschäftsführung und dem SG Vorstand statt. Dieses war inhaltlich aus unserer Sicht sehr konstruktiv und ließ im Gegensatz zu den vorherigen Terminen und Absagen auf eine beiderseits gewollte Fortsetzung der Kooperation schließen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Dennis Schröder Basketball Academie das Übernahmeangebot der Löwen bezüglich des Nachwuchsbereiches zuvor abgelehnt hatte.
  • September 2019: Ein daraufhin organsiertes, weiteres Gespräch unter Teilnahme der Vorstände des heutigen Löwen e.V. zerstörte jedoch den seit August wieder bestehenden Glauben an die Sinnhaftigkeit der Fortführung der Gespräche. Die Gesprächsstimmung war seitens der Löwen aggressiv, es gab keine Ergebnisse, es wurde mit finanzielle Konsequenzen gedroht, etc.
  • Oktober/November 2019: Der Verlauf der Gespräche, das monatelange Hinhalten, zwischenzeitlich eingegangene Anfragen von Mitgliedern anderer Vereine, was bei uns los wäre, die Löwen würden bei Ihnen in Bezug auf eine Kooperation anklopfen, seit Monaten ausstehende Verbindlichkeiten der Löwen bei der SG im fünfstelligen Bereich, erste Informationen über die Gründung es Basketball Löwen e.V. sowie das teilweise nicht den Regeln der SG entsprechende Verhalten von handelnden Akteuren der Löwen, führte dann jedoch nach einem langen letzten ergebnislosen Gespräch im November zum Entschluss des SG- Vorstandes, die laufenden Gespräche nicht fortzuführen.

    Wie allseits bekannt, haben wir dann wieder die Verantwortung für alle unsere Mannschaften übernommen und haben neue Gespräche für Anfang 2020 angeboten unter der Voraussetzung, dass beide Parteien sich neu sortieren und Ihre Positionen entsprechend überdenken und deutlich konkreter vorbereiten können.

3.) War der Bruch lange geplant?

Letzten Endes blieb die Frage und wurde am Montag aus unserer Sicht endgültig beantwortet: War die Übernahme des Nachwuchsbereiches nicht von langer Hand geplant?

Noch in 2018 wurde die SG dringend gebraucht – NBBL- und JBBL-Teilnahmerechte und die notwendigen Jugendmannschaften und Schulaktivitäten für die BBL Lizenz: Alles von der SG! Mit großem Vertrauen wurden die Teilnahmerechte für die NBBL und JBBL im Jahr 2019 kostenfrei von uns an die Löwen übertragen. Auf den Kosten für die abgelaufene Saison im 5-stelligen Bereich blieben wir bei der SG trotz einer anderslautenden Regelung im Kooperationsvertrag vorerst sitzen.

Ebenfalls mit großem Vertrauen durften die Nachwuchstrainer der Löwen neben der JBBL und NBBL auch die 2. Regionalliga sowie die U14 und die U12 übernehmen. Das Vertrauen entpuppte sich leider als Fehler. Hinter dem Rücken der Verantwortlichen wurde eine „Zweiklassen“ Kultur etabliert. „SG“ stehe für die Fehler der Vergangenheit, den schlechten Zustand des Nachwuchsbereiches und alles was nicht glänzt.

Im Englischen wird so etwas auch als „Scapegoat“ bezeichnet. Ein altes Nutzfahrzeug, welches mit seinen ehrenamtlichen „Deppen“ (Zitat) bitte noch die nervigen Vereinsaufgaben übernehmen solle. Der im August neu eingesetzte Jugendwart der SG ist auf einmal bei den Löwen – viele wichtige Unterlagen und Verträge gleich mit ihm. „Löwen“ stehe für den Glanz und das Professionelle. Kinder wollen ja schließlich in der Bundesliga spielen und nicht bei SG. Niemand würde mehr Scooter Barry kennen oder sich an die Zeiten in der Alten Waage erinnern (mit Ausnahme des Schreibers des Hallensongs der Löwen natürlich). Auch, dass diese SG immer da war. wenn die Bundesligamannschaft mal wieder vor einer Pleite Stand oder Liviu Calin als Trainer die Mannschaft mehrfach vor dem Abstieg gerettet hat, seien alte Geschichten?

Dieses alte Nutzfahrzeug SG schien aber doch etwas geleistet zu haben. So gingen 5-stellige Summen aus dem BBL-Ausbildungsfonds für Spieler wie Lars Lagerpusch und Robin Amaize ein. Geld, welches explizit für den Ausbildungsverein SG Braunschweig bestimmt war – leider dort nie angekommen ist bzw. die SG überhaupt nur über Umwege davon erfahren hat. Finanziell klein halten, um parallel einen eignen Verein zu gründen und die durch das Vertrauen der SG aufgebauten Beziehungen zu Kindern und Eltern nutzen, um diese in einem Rutsch zum Löwen e.V. zu bringen. So schien der Plan im Herbst auszusehen.

Die vermeintlich am Boden liegende SG stand aber auf einmal wieder auf. Sie „erlaubte“ sich zu verlangen in die SG betreffenden Entscheidungen eingebunden zu werden. Auf einmal gab es auch Unterstützung von Daniel Theis. Die DSBA, SG und die Oskar Kämmer Schule rückten zusammen. Die Marke und der Außenauftritt wurden aufgefrischt. Neue Unterstützer kamen dazu.

Die schleichende Übernahme durch die Löwen drohte zu scheitern, also wollte man nach monatelanger Gesprächspause im Sommer 2019 doch schnell wieder an einen Tisch kommen und die SG vertraglich klein halten. Die Bedingungen waren jedoch so einseitig, unkonkret und wenig fundiert, dass für die SG eine kurzfristige Einigung nicht in Sicht war. Da Gelder im 5-stelligen Bereich offen waren, laufende Zahlungen kommentarlos eingestellt wurden und man komplett den Einfluss verlor, entschied man sich im November 2019 die Kontrolle über seine eigenen Mannschaften wieder zu übernehmen und das nächste Kooperationsgespräch für Anfang 2020 mit deutlich konkreten Ansätzen und Vorstellungen von beiden Seiten zu avisieren.

Was danach kam konnte man in den Medien verfolgen. Das alte Nutzfahrzeug hatte auf einmal selber wieder etwas Glanz, also nutzte man die Forderungen der SG als Vorwand, um schnell alle Spieler in die „Höhle der Löwen“ zu ziehen. Ein Infoabend war innerhalb von drei  Tagen organisiert. Unwahrheiten wurden verbreitet und E-Mails nur in Auszügen vorgelesen, um möglichst der SG den letzten entscheidenden Korb zu verpassen.

Doch der Coup klappte nicht wie geplant. Zu viele Kinder und Eltern blieben bei der SG bzw. fuhren zumindest zweigleisig. Also wurde die Idee der Eltern als eigene aufgegriffen und eine professionelle Mediation vorgeschlagen. Im Nachhinein kann man sagen – ein großes Schauspiel. Das Ergebnis der Mediation war ein klares Bekenntnis, dass man zusammenarbeiten wolle und die Präsentation eines Konzeptes durch das BIB und die SG Anfang Dezember. Es wurde vereinbart, dass die Geschäftsführung der Löwen bis zum 17.12. eine Grundsatzentscheidung trifft. Diese wurde auf Nachfrage am 18.12. geliefert – ja man habe Interesse müsse jedoch einiges konkretisieren. Seitdem warten wir vergeblich auf konkrete Aussagen oder Anmerkungen zum Konzept. In einem ersten Gespräch Anfang Januar wurde sich lediglich allgemein zum Konzept ausgetauscht. Es gab Einigkeit bei Punkten, z.B. ein gemeinsamer Auftritt der NBBL und JBBL, die Sicherstellung der Präsenz der Löwen in den Schulen, Notwendigkeit für Entscheidungsbefugnisse und Vetorechte für die Geschäftsführung und Sportdirektion der Löwen. Ein weiteres konkretes Gespräch wurde seitens der Löwen jedoch leider abgesagt. Den Rest kann man der Pressemeldung der Löwen entnehmen.

4.) Wie geht es weiter?

Wir sind mitten in der heißen Phase der Saison und werden uns in Ruhe formieren. Über Ostern wird derzeit ein Turnier geplant und es findet wie gewohnt das SG Ostercamp statt – dieses Jahr powered by Schröder und Theis. Im Mai soll im Namen der beiden ein eigenes Turnier in Braunschweig ausgerichtet werden. Zusammen mit unseren Partnern im BIB haben wir ein starkes Team. Wir haben ein tolles Angebot, welches jeden Tag verbessert wird und freuen uns auf die gemeinsame Zeit mit allen SGlern die uns treu bleiben. Wir bleiben SG FT/MTV Braunschweig und stehen für ein nachhaltiges Angebot – für Leistung und Breitensport von jung bis alt!

Weitere Informationen zum Ausblick werden wir in den nächsten Wochen verkünden.

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